Wenn ein Unternehmen in mehreren Ländern tätig ist und sein Buchhaltungssystem, seine E-Mail-Systeme sowie die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter von überall aus zugänglich sein müssen, wird die Frage, wo und wie die Infrastruktur gehostet werden soll, zu einer strategischen und nicht mehr nur zu einer technischen Entscheidung.
Diese Fallstudie zeigt, wie INTROSERV eine schlüsselfertige Remote-Infrastruktur für ein Netzwerk von Kfz-Servicezentren aufgebaut hat – unter Verwendung eines dedizierten Servers in Frankfurt, eines vollständig auf Open-Source-Technologie basierenden Stacks und eines sicheren Fernzugriffs für Mitarbeiter, die aus verschiedenen Ländern arbeiten – ohne die laufenden Lizenzkosten für Windows Server, Microsoft SQL Server oder Remote Desktop Services (RDS-CALs).
Hintergrund
Der Kunde ist ein Unternehmer, der nach Polen umgezogen ist und sein Kfz-Serviceunternehmen ausgebaut hat. Heute ist sein Netzwerk von Werkstätten in mehreren Ländern tätig und bedient sowohl den neuen polnischen Markt als auch den ursprünglichen Heimatmarkt, auf dem das Unternehmen ursprünglich gegründet wurde.
Für Betriebs- und Verwaltungsprozesse – darunter Fahrzeugannahme, Arbeitsaufträge, Ersatzteilbestand und Finanzbuchhaltung – nutzt der Kunde BAS Auto Service, das auf der BAF-Technologieplattform läuft. Der Kunde besaß bereits die erforderlichen Lizenzen sowohl für die Plattform als auch für die Anwendung und verwaltete die Unternehmenssoftware eigenständig mithilfe eines hauseigenen leitenden IT-Spezialisten.
INTROSERV war für die Bereitstellung aller übrigen Komponenten verantwortlich:
- Dedizierte Serverinfrastruktur
- Virtualisierungsplattform
- PostgreSQL-Datenbankserver
- Sichere Remote-Desktop-Umgebung für Mitarbeiter in mehreren Ländern
- Backup-Infrastruktur
- Unternehmens-E-Mail-Server
- Netzwerksicherheit und VPN-Perimeter
Die bisherige Umgebung des Kunden war relativ einfach, und das vorhandene IT-Personal war voll und ganz in der Lage, diese zu warten. Die neue Infrastruktur erforderte jedoch ein deutlich höheres Maß an Fachwissen in den Bereichen Virtualisierung, Netzwerke, Sicherheit, Backup-Strategie und Design von Open-Source-Infrastrukturen. An dieser Stelle kam das Ingenieurteam von INTROSERV ins Spiel.

- Logische PostgreSQL-Backups, die von Portabase verwaltet und in einem S3-kompatiblen SeaweedFS-Objektspeicher abgelegt werden.
- Vollständige Backups der virtuellen Maschinen, die auf einem dedizierten Proxmox-Backup-Server durchgeführt werden.
- Das E-Mail-System des Kunden wurde erfolgreich auf Carbonio Community Edition (Carbonio CE) migriert, ohne dass Postfächer oder Daten verloren gingen.
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Sicherung der gesamten Infrastruktur durch die ausschließliche Weiterleitung aller externen Zugriffe über ein VPN-Gateway, das auf einer OPNsense-Software-Firewall gehostet wird, wobei keine Dienste direkt ins Internet exponiert sind.
Herausforderung
Die größte Herausforderung bestand nicht im Geschäftsmanagementsystem selbst, das der Kunde eigenständig konfiguriert hatte, sondern vielmehr darin, eine produktionsreife Infrastruktur auf Basis von Open-Source-Technologien zu entwerfen und sicherzustellen, dass diese ohne ständige Einbindung von IT-Spezialisten betrieben werden kann.
Viele Systemintegratoren wählen bei solchen Projekten den Weg des geringsten Widerstands, indem sie Windows Server, Microsoft SQL Server und Remote Desktop Services (RDS) mit Benutzer-CAL-Lizenzen einsetzen. Für ein Netzwerk von Kfz-Werkstätten mit einer relativ geringen Anzahl von Arbeitsplätzen ist ein solcher Stack jedoch unnötig komplex und teuer. Da die BAF-Plattform PostgreSQL offiziell unterstützt, bot sich die Gelegenheit, auf Microsoft-Lizenzen vollständig zu verzichten.
Das Projekt erforderte die Bereitstellung einer Virtualisierungsplattform zusammen mit einem dedizierten Backup-Server, die Auslagerung von PostgreSQL in eine eigene Umgebung zur Gewährleistung konsistenter Datenbank-Backups, die Implementierung eines sicheren Fernzugriffs für Mitarbeiter sowie die Migration des bestehenden E-Mail-Systems des Kunden.
Gleichzeitig musste die gesamte Lösung transparent, zuverlässig und einfach zu verwalten bleiben. Der Kunde benötigte eine voll funktionsfähige Infrastruktur, die als komplette Plattform übergeben werden konnte, sodass sein internes Team die Geschäftsanwendung weiterhin eigenständig verwalten konnte und sich dabei auf eine stabile, sichere und wartungsfreundliche Infrastruktur verlassen konnte.
Infrastrukturkonfiguration
Das Herzstück der Infrastruktur bildet ein dedizierter Server am Standort Frankfurt, der mit einem 24-Kern-AMD-EPYC-Prozessor, 128 GB RAM und zwei gespiegelten ZFS-Speicher-Arrays ausgestattet ist: 2 × 500 GB SSD für das Betriebssystem und 2 × 2 TB SSD für Anwendungsdaten. Auf dem Server läuft Proxmox VE 9.2, die neueste Version der auf Debian 13 basierenden Open-Source-Virtualisierungsplattform mit nativer ZFS-Unterstützung.
Ein zweiter dedizierter Server, der über das lokale Netzwerk verbunden ist, ist für den Proxmox Backup Server (PBS) vorgesehen. Er ist mit 8 CPU-Kernen, 32 GB RAM, 2 × 500 GB SSD für das Betriebssystem und 2 × 4 TB SSD für den Backup-Speicher konfiguriert. Die Unterbringung des Backup-Servers auf einem separaten physischen Rechner war eine bewusste Entwurfsentscheidung, um sicherzustellen, dass ein Ausfall des Primärservers die Verfügbarkeit der Backups nicht beeinträchtigt.
Infrastrukturarchitektur
Am Netzwerkperimeter dient ein OPNsense-Software-Router und eine Firewall als VPN-Gateway. Der gesamte externe Zugriff wird ausschließlich über das VPN geleitet, wobei keine Infrastrukturdienste direkt dem Internet ausgesetzt sind.
Auf dem primären Proxmox VE-Host laufen mehrere isolierte virtuelle Maschinen:
- VM Nr. 1 – Debian, auf der der BAF-Anwendungsserver und PostgreSQL gehostet werden und die den Kern des Unternehmensmanagementsystems bildet.
- VM Nr. 2 – Debian mit der KDE-Desktopumgebung und ThinLinc, das den Mitarbeitern einen sicheren Remote-Desktop-Zugriff ermöglicht.
- VM Nr. 3 – Portabase zusammen mit SeaweedFS, einem S3-kompatiblen Objektspeicher, der für die Verwaltung der Datenbanksicherungen zuständig ist.
- VM Nr. 4 – Carbonio Community Edition (Carbonio CE), die als E-Mail-Server des Unternehmens dient.
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VM Nr. 5 OPNsense – Software-Router.
Der Proxmox-Backup-Server empfängt Sicherungskopien aller virtuellen Maschinen über das lokale Netzwerk mithilfe der nativen Backup-Technologie von Proxmox.
Mitarbeiter, die aus verschiedenen Ländern arbeiten, verbinden sich sicher über VPN und greifen über ThinLinc-Remote-Desktops auf das Unternehmensmanagementsystem zu, wodurch unabhängig vom Standort eine einheitliche und sichere Arbeitsumgebung gewährleistet wird.
Lösung
Die Ingenieure von INTROSERV haben die Infrastruktur nach dem Prinzip „ein Dienst pro isolierter virtueller Maschine“ konzipiert. Diese Architektur vereinfacht Wartung, Backup-Management, Systemaktualisierungen und Zugriffskontrolle und verbessert gleichzeitig die allgemeine Zuverlässigkeit und Sicherheit.
Unternehmensmanagementsystem auf PostgreSQL
Die zentrale Unternehmensverwaltungsumgebung wird auf VM Nr. 1 gehostet, auf der Debian Linux mit dem BAF-Anwendungsserver und PostgreSQL läuft und die die herkömmliche Windows Server + Microsoft SQL Server-Bereitstellung ersetzt. Der Kunde hat die Anwendung „BAS Auto Service“ eigenständig auf dieser Infrastruktur installiert und konfiguriert.
Remote-Desktop-Zugriff mit ThinLinc
VM Nr. 2 läuft unter Debian mit der KDE-Desktopumgebung und dem von Cendio entwickelten ThinLinc-Remote-Desktop-Server. Mitarbeiter stellen die Verbindung entweder über den nativen ThinLinc-Client oder direkt über einen Webbrowser her.
ThinLinc ist für bis zu 10 gleichzeitige Benutzer kostenlos und damit eine ideale Alternative zu den Microsoft Remote Desktop Services (RDS) für kleine und mittelständische Unternehmen. Benutzerkonten wurden gemäß den Projektanforderungen angelegt, während zusätzliche ThinLinc-Lizenzen vom Kunden bei wachsendem Geschäftsvolumen hinzugefügt werden können.
Zweistufige Backup-Strategie
Datenbanksicherungen werden von einer dedizierten virtuellen Maschine übernommen, auf der Portabase läuft – eine Open-Source-Plattform für die zentralisierte Verwaltung von Datenbanksicherungen mit Zeitplanungsfunktionen, Aufbewahrungsrichtlinien und einer von Grund auf sicher konzipierten Agent-Architektur.
Tägliche PostgreSQL-Backups werden in SeaweedFS gespeichert, einer S3-kompatiblen Objektspeicherlösung.
Gleichzeitig werden alle virtuellen Maschinen durch einen separaten Proxmox-Backup-Server geschützt, der Folgendes bietet:
- Inkrementelle Backups
- Integrierte Deduplizierung
- Clientseitige Verschlüsselung
Diese zweistufige Sicherungsstrategie gewährleistet Schutz sowohl auf Anwendungs- als auch auf Infrastrukturebene.
Sicherer Netzwerkperimeter mit OPNsense
Die Infrastruktur wird durch einen OPNsense-Software-Router und eine Firewall geschützt, die als VPN-Gateway fungieren.
Weder RDP noch Web-Verwaltungsschnittstellen oder andere Dienste sind direkt mit dem Internet verbunden. Der gesamte Fernzugriff erfolgt ausschließlich über einen verschlüsselten VPN-Tunnel, wodurch die Angriffsfläche erheblich reduziert wird.
E-Mail-Migration zu Carbonio CE
Eine der größten Herausforderungen des Projekts war die Migration des bestehenden E-Mail-Servers des Kunden von der bisherigen Hosting-Umgebung auf Carbonio Community Edition (Carbonio CE).
Die Migration von Postfächern und die vollständige Beibehaltung des E-Mail-Verlaufs ohne Datenverlust ist stets ein heikler Vorgang, doch die Erfahrung der Systemadministratoren von INTROSERV sorgte für einen reibungslosen Übergang. Die Migration wurde erfolgreich abgeschlossen, ohne dass der Geschäftsbetrieb des Kunden unterbrochen wurde.
Projektübergabe
Nachdem die Infrastruktur vollständig bereitgestellt und getestet worden war, wurde die gesamte Plattform an den Kunden übergeben.
Von diesem Zeitpunkt an verwaltete und passte der Kunde die Geschäftsanwendungsschicht (BAS Auto Service) weiterhin eigenständig an, wobei er sich auf eine stabile, sichere und produktionsreife Infrastruktur stützte, die von INTROSERV konzipiert und implementiert worden war.

Schlüsselfertige Infrastruktur als kosteneffiziente Geschäftsstrategie
Der Kunde erhielt weit mehr als eine Ansammlung einzelner Dienste – er erhielt eine vollständig integrierte, produktionsreife Infrastruktur. Die Dienstisolierung durch virtuelle Maschinen, eine zweistufige Backup-Strategie und ein sicherer, ausschließlich über VPN zugänglicher Netzwerkperimeter wurden allesamt ohne Microsoft-Lizenzkosten implementiert.
Zum Vergleich: Eine herkömmliche Bereitstellung auf Basis von Windows Server Standard, Microsoft SQL Server Standard und RDS-CALs (Remote Desktop Services) für etwa 10 Benutzer würde in der Regel eine Anfangsinvestition von 6.000 bis 11.000 US-Dollar erfordern, wobei zukünftige Upgrade- und Lizenzkosten noch nicht berücksichtigt sind.
Stattdessen basierte die Lösung vollständig auf Open-Source-Technologien:
- PostgreSQL anstelle von Microsoft SQL Server
- ThinLinc anstelle von Microsoft RDS mit CAL-Lizenzierung
- Proxmox VE und Proxmox Backup Server anstelle kommerzieller Virtualisierungs- und Backup-Plattformen
- OPNsense, SeaweedFS und Carbonio Community Edition anstelle von proprietären Netzwerk-, Speicher- und E-Mail-Lösungen
Die Senkung der Lizenzkosten war jedoch nur einer der Vorteile des Projekts.
Ein einziger Technologiepartner
Sowohl die Infrastruktur als auch die laufenden Systemadministrationsdienste wurden von INTROSERV bereitgestellt.
Der Kunde musste keinen separaten Managed-Services-Anbieter suchen, bewerten oder koordinieren. Ein einziges Ingenieurteam war für die gesamte Infrastruktur verantwortlich – von der Hardwarebereitstellung über die Implementierung und Konfiguration bis hin zum Support.
Schnelle Bereitstellung
Die gesamte Umgebung – einschließlich der Virtualisierungsplattform, der PostgreSQL-Datenbank, der Remote-Desktop-Infrastruktur, des E-Mail-Servers, der Backup-Lösung und des sicheren VPN-Perimeters – wurde innerhalb einer Woche vollständig bereitgestellt, konfiguriert, getestet und übergeben.
Langfristige Betriebskontinuität
Dieselben Ingenieure, die die Infrastruktur entworfen und implementiert haben, betreuen sie auch weiterhin und gewährleisten so fundiertes Architekturwissen, eine schnellere Problemlösung sowie eine nahtlose langfristige Wartung.
Vorhersehbare Betriebskosten
Die einzigen erforderlichen kommerziellen Softwarelizenzen sind die bereits beim Kunden vorhandenen Lizenzen für die BAF-Plattform und BAS Auto Service.
Die zugrunde liegende Infrastruktur basiert vollständig auf Open-Source-Technologien, wodurch wiederkehrende Lizenzgebühren nicht nur während der Bereitstellung, sondern auch bei zukünftigen Upgrades und Erweiterungen entfallen.
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