So installieren Sie TrueNAS auf einem dedizierten Server über IP-KVM und Virtual Media: Schritt-für-Schritt-Anleitung
TrueNAS ist ein Speicherbetriebssystem auf Basis von ZFS. Es bietet eine Weboberfläche zur Verwaltung von Datenträgern, Speicherpools, Datasets, Freigaben, Snapshots und Replikation.
Diese Anleitung beschreibt, wie Sie TrueNAS Community Edition 25.10 auf einem dedizierten INTROSERV-Server per Fernzugriff über die IP-KVM-Konsole und Virtual Media installieren und die Ersteinrichtung durchführen. Am Ende ist TrueNAS im Browser über die externe IP-Adresse des Servers erreichbar. Die Schritte und Screenshots beziehen sich auf TrueNAS 25.10. In anderen Versionen können sich Menünamen und Feldbezeichnungen unterscheiden.
Voraussetzungen
Sie benötigen einen dedizierten Server mit IP-KVM-Zugriff und Unterstützung für Virtual Media. Der Server muss über Folgendes verfügen:
- mindestens 8 GB RAM;
- mindestens zwei Datenträger: TrueNAS wird auf einem Boot-Gerät (20 GB oder mehr) installiert, das von den Datenträgern für Ihre Daten getrennt sein sollte.
Der Testserver in dieser Anleitung hat zwei Datenträger: einen für das System und einen für Daten. Verwenden Sie für echte Daten mindestens zwei Datenträger, die zu einem Mirror (Spiegel) zusammengefasst sind.
Bei der Installation von TrueNAS werden alle Daten auf dem Datenträger gelöscht, auf dem das System installiert wird. Die übrigen Datenträger werden bei der Installation nicht verändert. Sie werden nur gelöscht, wenn Sie sie später beim Erstellen eines Speicherpools auswählen.
Außerdem benötigen Sie die Netzwerkeinstellungen des Servers: IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway und DNS-Server. Sie finden diese in Ihrem Kundenbereich in den Bestelldetails des Servers.
TrueNAS-Image herunterladen
Laden Sie das ISO-Image von TrueNAS Community Edition 25.10 von der offiziellen Website herunter. Speichern Sie es auf Ihrem Computer; im nächsten Schritt verbinden Sie es mit dem Server.
Server vom ISO-Image starten
Öffnen Sie die IP-KVM-Konsole des Servers. Weitere Informationen finden Sie unter Verbindung zur iDRAC-KVM-Konsole.
Klicken Sie in der Konsole auf Virtual Media und verbinden Sie das heruntergeladene ISO-Image. Weitere Informationen finden Sie unter Virtual Media.

Stellen Sie anschließend ein, dass der Server einmalig vom Image bootet: Klicken Sie auf Boot, wählen Sie Virtual CD/DVD/ISO und bestätigen Sie. Starten Sie den Server neu: Klicken Sie auf Power, wählen Sie Reset System (warm boot) und bestätigen Sie.

Der Installer wird aus dem Image in den Arbeitsspeicher geladen. Das kann je nach Geschwindigkeit Ihrer Verbindung einige Minuten dauern.
TrueNAS installieren
Wenn das Installer-Menü erscheint, wählen Sie Install/Upgrade und drücken Sie die Eingabetaste.

Wählen Sie auf dem Bildschirm zur Datenträgerauswahl den Systemdatenträger mit der Leertaste aus und drücken Sie die Eingabetaste. Wählen Sie nur einen Datenträger aus. Wenn Sie mehrere Datenträger auswählen, verwendet TrueNAS alle als Boot-Geräte, und sie stehen nicht mehr für Ihren Speicherpool zur Verfügung.

Der Installer warnt, dass alle Daten auf dem ausgewählten Datenträger gelöscht werden. Wählen Sie Yes, um fortzufahren.
Wenn der Installer nach dem Administratorkonto fragt, wählen Sie Administrative user (truenas_admin) und geben Sie zweimal ein Passwort ein. Mit diesem Passwort melden Sie sich an der Weboberfläche an.
Die IP-KVM-Konsole übergibt manche Tasten möglicherweise nicht korrekt, zum Beispiel die Umschalttaste (Shift) oder Zeichen einer nicht englischen Tastaturbelegung. Stellen Sie Ihre Tastatur vor der Eingabe des Passworts auf die englische Belegung um. Wird das Passwort später nicht akzeptiert, können Sie in der Konsole ein neues festlegen: Geben Sie im Menü Console Setup 4 (Change local administrator password) ein.
Warten Sie, bis die Installation abgeschlossen ist und die Meldung Installation Succeeded erscheint. Die Installation über Virtual Media kann je nach Geschwindigkeit Ihrer Verbindung 20 bis 60 Minuten dauern. Schließen Sie die IP-KVM-Konsole während der Installation nicht, da sonst die Verbindung zum Image getrennt wird.

Trennen Sie vor dem Neustart des Servers das ISO-Image: Klicken Sie auf Virtual Media und trennen Sie das Image. Andernfalls startet der Server erneut im Installer. Wählen Sie anschließend im Installer-Menü OK und Reboot System.
Netzwerk konfigurieren
Stellen Sie nach dem Neustart sicher, dass der Server vom TrueNAS-Boot-Datenträger und nicht von Virtual Media startet. Der Server bootet in TrueNAS, und die Konsole zeigt das Menü Console Setup an. Wenn für den Server noch keine Netzwerkeinstellungen vorhanden sind, zeigt das Menü die Meldung The web interface could not be accessed an.

IP-Adresse festlegen
Geben Sie 1 (Configure network interfaces) ein und drücken Sie die Eingabetaste. Die Liste der Netzwerkschnittstellen wird geöffnet. Wählen Sie die mit dem Netzwerk verbundene Schnittstelle aus und drücken Sie die Eingabetaste. Setzen Sie ipv4_dhcp auf No, geben Sie im Feld aliases die Ihrem Server zugewiesene IP-Adresse mit Präfix ein, zum Beispiel 203.0.113.10/24, und wählen Sie Save.

Die Konsole kehrt zur Liste der Schnittstellen zurück und zeigt die Meldung You have pending network interface changes an. Drücken Sie a, um die Änderungen zu übernehmen.

Nach dem Übernehmen der Änderungen erscheint die IP-Adresse in der Spalte state.aliases. Drücken Sie q, um zum Menü Console Setup zurückzukehren.

TrueNAS übernimmt Netzwerkänderungen mit einer Prüfung: Werden die Änderungen nicht innerhalb von 60 Sekunden bestätigt, stellt TrueNAS die vorherigen Einstellungen wieder her. Verschwindet die IP-Adresse nach einer Minute, prüfen Sie zunächst IP-Adresse, Präfix und Schnittstelle und konfigurieren Sie die Schnittstelle erneut. Sind die Einstellungen korrekt und werden dennoch immer wieder zurückgesetzt, können Sie sie über die Linux-Shell bei deaktiviertem automatischem Rollback anwenden. Sie arbeiten in der IP-KVM-Konsole und verlieren daher den Zugriff auf den Server auch bei falschen Einstellungen nicht. Geben Sie 8 (Open Linux Shell) ein und führen Sie die folgenden Befehle mit Ihrem Schnittstellennamen und Ihrer IP-Adresse aus:
midclt call interface.update eno1 '{"ipv4_dhcp": false, "aliases": [{"type": "INET", "address": "203.0.113.10", "netmask": 24}]}' midclt call interface.commit '{"rollback": false}'
Geben Sie anschließend exit ein, um zum Menü Console Setup zurückzukehren.
Gateway und DNS festlegen
Geben Sie 2 (Configure network settings) ein. Tragen Sie in ipv4gateway das Standard-Gateway und in nameserver1 den DNS-Server aus Ihrem Kundenbereich ein. Wählen Sie Save.

Zeigt die Konsole die Fehlermeldung Gateway ... is unreachable an, ist die IP-Adresse auf der Schnittstelle nicht gesetzt. Prüfen Sie zuerst die IP-Adresse und legen Sie danach das Gateway erneut fest.
Sobald das Netzwerk konfiguriert ist, zeigt das Menü Console Setup die Adressen der Weboberfläche an: The web user interface is at: http://<IP-Adresse des Servers> und https://<IP-Adresse des Servers>.

An der Weboberfläche anmelden
Öffnen Sie https://<IP-Adresse des Servers> im Browser. Nach der Installation verwendet TrueNAS ein selbstsigniertes Zertifikat, daher zeigt der Browser eine Sicherheitswarnung an. Bestätigen Sie, dass Sie die Website trotzdem aufrufen möchten.
Geben Sie unter Username truenas_admin und unter Password das bei der Installation festgelegte Passwort ein und klicken Sie auf Log In.

Das Dashboard wird geöffnet.

Speicherpool erstellen
Ein Pool fasst die Datenträger für Ihre Daten zu einem gemeinsamen Speicherplatz zusammen. Wechseln Sie zu Storage. Das Storage Dashboard zeigt No Pools an. Klicken Sie auf Create Pool. Der Pool Creation Wizard wird geöffnet.

General Info
Geben Sie unter Name einen Poolnamen ein, zum Beispiel tank.
Aktivieren Sie Encryption nur, wenn die Daten auf den Datenträgern verschlüsselt werden sollen. Sie müssen dann den Verschlüsselungsschlüssel sicher aufbewahren: Ohne ihn lassen sich die Daten nicht wiederherstellen.
Das Panel Unassigned Disks auf der rechten Seite zeigt die für den Pool verfügbaren Datenträger an. Klicken Sie auf Next.

Data
Im Schritt Data legen Sie fest, wie die Datenträger zu einem VDEV, einer Gruppe von Datenträgern, zusammengefasst werden. Das Feld Layout bestimmt den Typ der Gruppe:
- Stripe: Die Daten werden ohne Redundanz auf die Datenträger verteilt. Fällt ein Datenträger aus, gehen alle Daten im Pool verloren;
- Mirror: Jeder Datenträger speichert eine Kopie derselben Daten. Ein Mirror aus zwei Datenträgern übersteht den Ausfall eines Datenträgers. Dies ist das empfohlene Layout für zwei Datenträger;
- RAIDZ1, RAIDZ2, RAIDZ3: Die Daten werden mit Parität auf die Datenträger verteilt, sodass der Pool den Ausfall von einem, zwei bzw. drei Datenträgern übersteht. Diese Layouts erfordern mindestens drei, vier bzw. fünf Datenträger;
- dRAID1, dRAID2, dRAID3: verteilte RAID-Layouts für Konfigurationen mit vielen Datenträgern.

Legen Sie nach der Auswahl des Layouts Disk Size, Width (Anzahl der Datenträger in einem VDEV) und Number of VDEVs fest. Wählen Sie für zwei Datenträger Mirror, Width 2 und Number of VDEVs 1.
Der Testserver in dieser Anleitung hat nur einen Datenträger für Daten, daher zeigt der Screenshot das Layout Stripe mit Width 1. Der Assistent warnt, dass ein Stripe-VDEV keine Redundanz bietet.

Ein Pool auf einem einzelnen Datenträger bietet keine Redundanz. Fällt der Datenträger aus, gehen alle Daten im Pool verloren. Verwenden Sie einen Pool mit nur einem Datenträger ausschließlich für Tests oder für Daten, die Sie zusätzlich an anderer Stelle aufbewahren, zum Beispiel auf einem replizierten Server.
Optional VDEVs
Die Schritte Log, Spare, Cache, Metadata und Dedup fügen optionale VDEVs hinzu. Sie können sie überspringen: Klicken Sie auf Save And Go To Review. Sie sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll:
- Log: ein schneller Datenträger (SSD oder NVMe), der synchrone Schreibvorgänge beschleunigt, zum Beispiel für Datenbanken oder NFS-Freigaben, die von virtuellen Maschinen genutzt werden;
- Spare: ein Hot-Spare-Datenträger, der einen ausgefallenen Datenträger im Pool automatisch ersetzt;
- Cache: ein schneller Datenträger, der als zusätzlicher Lesecache (L2ARC) für Workloads dient, die häufig dieselben Daten lesen;
- Metadata: schnelle Datenträger, die Metadaten und kleine Dateien speichern und so die Arbeit mit vielen kleinen Dateien beschleunigen;
- Dedup: schnelle Datenträger, die Deduplizierungstabellen speichern. Verwenden Sie dies nur, wenn Sie Deduplizierung wirklich benötigen.
Metadata- und Dedup-VDEVs sind für den Pool kritisch und müssen dieselbe Redundanzstufe wie die Daten-VDEVs haben. Fällt ein ungeschütztes Metadata- oder Dedup-VDEV aus, kann der Pool unzugänglich werden.
Review
Prüfen Sie die Einstellungen im Schritt Review und klicken Sie auf Create Pool.

TrueNAS warnt, dass der Inhalt der Datenträger gelöscht wird. Wählen Sie Confirm und klicken Sie auf Continue.

Der neue Pool erscheint im Storage Dashboard. Sein Status lautet Online, keine Fehler.

HTTPS-Zugriff konfigurieren
TrueNAS funktioniert bereits mit seinem selbstsignierten Standardzertifikat über HTTPS. Aktivieren Sie die Weiterleitung von HTTP, damit alle Verbindungen HTTPS verwenden.
Wechseln Sie zu System > General Settings und klicken Sie im Widget GUI auf Settings. Wählen Sie Web Interface HTTP -> HTTPS Redirect und klicken Sie auf Save. Die Weboberfläche wird neu gestartet, und danach wird jede Verbindung über HTTP auf HTTPS umgeleitet. Die Weiterleitung aktiviert zudem HSTS, sodass Browser für diese Adresse weiterhin HTTPS verwenden.